Chiras Bilder

17 Januar 2006

Affenstadt

Hallo zusammen,

nach 12 Tagen nun endlich wieder etwas neues. Das Internet in meinem Wohnheim ist seit Tagen lahmgelegt und somit war es schwierig die Daten ins Internetcafe zu bekommen...
ok, über die Feiertage (ganze 2) bin ich mit dem Papa ein bisschen raus aus Bangkok (Richtung Norden) gefahren. Zuerst nach Sangburi, um Mittag zu essen.
Da gab es die größten Krabben die ich je gesehen habe.

Danach gings weiter nach Lopburi, welches 120 km nördlich von Bangkok liegt. Die Stadt war im 17 Jhd. als strategisch wichterger Stuetzpunkt (gegen die Burmesen) zu einer praechtigen Festung erreichtet worden und war neben Ayuttaya die 2. Hauptstadt. Die alten Bauwerke sehen denen in der ehem Hauptstadt also sehr aehnlich (siehe Tempel "Prang Sam Yot" mit Affen davor). Heute leben in der Stadt ca. 60.000 Einwohner und min genauso viele Affen. So ist sie bekannt als Affenstadt, in der Menschen und Affen friedlich nebeneinander leben. Es riecht nur ein bisschen nach Kölner Zoo da… aber trotzdem: super! "Domestic Monkeys". Das ist schon faszinierend, finde ich. Angeblich klauen sie Brief- und Handtaschen, hehe.

Später dann fuhren wir an den Stadtrand an den Fuß des dortigen Gebirges. Dort gibt es einen besonderen Tempel (Wat XXX), der als Hospiz genutzt wird. Es ist für HIV+ Menschen, die keine Hilfe von Verwandten bekommen, oder die sich die Zuzahlung für die teure Tri-Therapie nicht leisten können.

Der Mönch, der die Sache ins Leben gerufen hat ist gebührtiger Austrlier, der schon Anfang der 90er sehr viel für die Aufklärung HIV-Infizierter hier in Thailand getan hat. So dass die Angst sich durch einfache Berührungen anzustecken wich und somit dieses Hospiz mit seinen (meist ehrenamtlich tätigen) Mitarbeitern möglich wurde.

Es ist eine lauschige Anlage mit kleinem Krankenhaus und 3 (!) Krematorien. Den Bewohnern scheint es den Umständen entsprechend gut zu gehen. Ein bisschen krass ist das sog. Life-Museum, in dem mumifizierte an Aids verstorbene Leichen liegen. Jeweils mit einem kleinen Schild mit Photo, auf dem steht um wen es sich handelt und wie er/sie sich angesteckt hat. Da liegen dann auch einige Kinderleichen, was wirklich traurig ist. Zudem gibt es noch eine Skulpturensammlung aus Menschenknochen der Verstorbenen Aidskranken. Auch heftig. Ob das das richtige Mittel ist, die Besucher aufzufordern über die Krankheit und ihre Konsequenzen nachzudenken, weiß ich nicht, aber bestimmt wird dadurch mehr gespendet.

Eigentlich eine gute Sache. Also, das wars mal wieder. Bis nächstes mal.

Euer Chira